Darmsanierung beim Pferd

Aktualisiert: 28. Juni 2020


Um den Sinn und die Notwendigkeit einer Darmsanierung zu verstehen, müssen wir uns zuerst mit den Aufbau des Pferdedarms  und der Darmflora beschäftigen. Außerdem ist zu beachten, dass die Haltungsbedingungen für einen großteil unserer Pferde heute nicht mehr viel mit den Lebensbedingungen der Wildpferde gemein haben. Dies hat große Auswirkungen auf den Magen-Darm-Trakt unserer Vierbeiner und es kommt vermehrt zu Koliken, und Stoffwechselkrankheiten durch zu viel Futter und zu wenig Bewegung, wenn man bedenkt, das die Wildpferde bis zu 18 Stunden am Tage mit der Nahrungsaufnahme verbringen und dabei viele km zurücklegen.


Der Verdauungsapparat des Pferdes

Der Verdauungsapparat eines Pferdes reicht vom Maul bis zum After. Er hat sich der natürlichen Lebensform des weidens angepasst. Der ganze Darm hat in etwa die zehnfache Länge des Pferdekörpers. Je nach Rasse zwischen 25 und 39 Meter, und fasst ein Flüssigkeitsvolumen von ca. 200 Litern. Er teilt sich grob gesagt in Dünndarm und Dickdarm auf.


Der Dünndarm

Der Dünndarm ist ca. 20 Meter lang und hat einen ph-Wert von 7-8. Seine Aufgabe ist das Durchmischen von Futtermassen, die aus dem Magen kommen und im natürlichen Fall einen ph-Wert von 5,5 aufweist.

Im Dünndarm wird der ph-Wert durch Bikarbonate deutlich erhöht. Hier werden die Nahrungsbestandteile wie Eiweiße, Fette, Kohlenhydrate, Aminosäuren, Zucker, Vitamine, Mineralstoffe, etc. aufgenommen und über die Darmschleimhaut ins Blut abgegeben.

Der Dünndarm gliedert sich in drei Abschnitte,

den Zwölffingerdarm, er ist ca 1 m lang und hier wird die Gallenflüssigkeit zugegeben zur Aufspaltung von Nahrungsfetten und Enzymen aus der Bauchspeicheldrüse zur Spaltung von Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten.Der saure Futterbrei wird so neutralisiert.

Den Leerdarm, den längsten Dünndarmabschnitt mit ca. 25 m. Hier wird der Nahrungsbrei durch die vorher zugesetzten Enzyme in kleinste Bausteine zerlegt, der Nahrungsbrei verbleibt hier ca. 1,5 h. Den Hüftdarm bzw. Krummdarm, 20-70 cm lang je nach Kontraktionszustand.

Alle rauhfaserartigen Futterbestandteile passieren den Dünndarm praktisch unverdaut, daher kann ein Übermaß an schwer verdaulicher Rohfaser wie Stroh oder schlechtes, altes Heu zu Verstopfung dieses Darmabschnitts führen.

Der letzte Dünndarmabschnitt, der Hüft- oder Krummdarm mündet in den Blinddarm, den ersten Abschnitt des Dickdarms. Diese beiden Abschnitte sind durch eine Art Rückstauklappe miteinander verbunden. Diese sorgt dafür, das nichts aus dem Dickdarm in den Dünndarm zurück fließen kann.

Ist diese Klappe blockiert, können hier Bakterien und Keime eindringen und es kann zu Durchfällen und Darmschleimhaut Entzündung kommen.



Der Dickdarm

Der Rest der Nahrung gelangt dann also weiter in den Dickdarm, er gliedert sich in den Blinddarm mit einer Länge von 1 m und einem Fassungsvermögen von ca. 34 l auf. Das Futter verweilt hier ca. 15-20h.

Den Grimmdarm, der aus zwei Teilen besteht. Der große Teil misst 3-4 m und fasst ca 80 l und ist nur von Bakterien besiedelt.

Der kleine Teil misst immerhin 2,5-3 m. Der Kot verweilt hier 18-20 h und wird in die typischen Äpfel geformt.

Und der Mastdarm oder auch Enddarm genannt, ist 20-30 cm lang .

Der Blinddarm und damit der erste Abschnitt des Dickdarms, umfasst ein Volumen von etwa 60 Litern und ist die Gärkammer des Pferdes. Hier zersetzen Massen von Einzellern Rohfaser aus Gras, Heu, Rinden und Wurzeln.

Fäulnisbakterien greifen die letzten Reste von Eiweißen an.

Von der Art des Futters hängt die Besiedelung durch Mikroorganismen ab. Futterumstellungen sollten daher langsam erfolgen, sonst kann es zu fehlgärungen kommen.

Das passiert, wenn das Pferd zu viel Kraftfutter bekommt und nicht alle Kohlenhydrate im Dünndarm aufgespalten werden.Gelangen diese in den Blinddarm, kann dieser übersäuern und es kommt zu Blähungen.

Nach dem Blinddarm rutscht der Nahrungsbrei weiter in den Grimmdarm, er macht den Hauptanteil des Dickdarms aus und besteht aus zwei Teilen. Dieser spielt eine zentrale Rolle in der Verdauung des Pferdes. Der große Teil, der nur von Bakterien besiedelt wird, ist zuständig dafür, das wasserlösliche B Vitamine und Vitamin K herausgefiltert wird. Diese werden dann so wie auch Stärke und Zucker ins Blut überführt. Das Pferd ist daher weitgehend unabhängig von einer Vitamin zufuhr durch Fütterung. In dem kleinen Grimmdarm wird dem Futterbrei das Wasser entzogen und zu Kotballen geformt und anschließend in den Mastdarm weitergeschoben. Dieser mündet in den Anus. Der Kot Absatz erfolgt in der Regel 8-10 mal am Tag.


Die Funktion der Darmflora

Als Darmflora bezeichnet man alle Mikroorganismen, die im Darm leben. Diese "Arbeitsgemeinschaft" besteht aus Billionen von Bakterien, die ein komplexes und dynamisches Ökosystem darstellen. Dieses sorgt im ausgewogenen Zustand, für einen gesunden Organismus. Die Hauptaufgabe ist die Abwehr von Krankheitserregern, doch auch die Unterstützung bei der Verwertung von Vitaminen und Nährstoffen aus dem Futter, die Anregung der Darmperistaltik (Darmbewegung) und die Produktion von Fettsäuren werden der Darmflora zugeschrieben. Einen besonderen Einfluss auf die Darmflora hat das zugeführte Futter.

Gerät das Milieu des Darms aus dem Gleichgewicht , kann das schwerwiegende Folgen haben und das Pferd wird krank. Dies kann sich in Symptomen wie Blähungen und Kolik äußern, aber auch beispielsweise in Infektanfälligkeit, da die Immunabwehr nicht mehr ausreicht. Es Können Allergien auftreten, Hautveränderungen, Futterunverträglichkeiten, uvm.


Änderungen in Haltung & Fütterung

Die heutigen Haltungsbedingungen haben sich zu den Lebensbedingungen der Wildpferde stark verändert. Offenstallhaltung kommt dem zwar sehr nah, doch auch hier wird oft noch Kraftfutter hinzugefüttert.


Pferde sind Steppen- und Tundrentiere. Sie fressen bis zu 18 Stunden am Tag, langsam, aber stetig. Es wird aufgenommen, was die Natur zu dieser Jahreszeit anbietet. Alles Pflanzen die schwer verdaulich und relativ nährstoffarm sind . Zucker, Getreide und Leckerchen kommen da nicht vor. Der Verdauungsapparat der Pferde ist bis heute noch so, wie der ihrer wild lebenden Artgenossen.

Wir Pferdehalter wollen unseren Lieblingen etwas gutes tun und füttern Müsli mit Massen an Zucker, Melassen, Fructanen, usw. Die Darmflora wird verändert durch schnelle Kohlenhydrate, Zucker, Antibiotika, Konservierungsstoffe und Lebensmittelzusätze. Was passiert in diesem Moment im Darm? Es kommt zu einem Ungleichgewicht zwischen guten und krankmachenden Darmbakterien. In den gestörten Millieu vermehren sich die krankmachenden Bakterien übermäßig, indem sie nun die Unverdaute Nahrung durch Gärung verwerten und saure Giftstoffe produzieren. Eine über längere Zeit bestehende Dysbiose wird dann die Darmschleimhaut verändern und die Darmwände. Der Stoffwechsel wird vergiftet und es entstehen chronische Entzündungsprozesse.

Zu lange Fresspausen

Wir passen unsere Pferde unseren Essgewohnheiten an. Dreimal am Tag einen großen Portion Heu oder Heulage, dazu morgens und abends eine Schippe Müsli oder anderes Kraftfutter. Doch Pferde sind ganz anders aufgebaut. In der freien Natur frisst das Pferd fast den ganzen Tag und läuft dabei unter Umständen bis zu 50 KM. Der Pferdemagen braucht täglich etwa 40 Liter Speichel, damit er durch die Magensäure nicht übersäuert. Der Speichel neutralisiert die Säure . Doch dafür muss ein Pferd die ganze Zeit fressen und nicht länger als 4 h Fresspause machen.

Für das Fressen von 1 KG Heu benötigt ein Pferd etwa 40 Minuten - das Kraftfutter ist in 5 Minuten aufgefressen. So wird viel zu wenig Speichel produziert und zu viel Energie zugeführt, der Magen übersäuert und es entsteht eine Magenschleimhautentzündung oder ein Magengeschwür. Also immer darauf achten, das das Pferd immer Zugang zu genügend Heu hat.


Die Wurmkur

Über Sinn und Unsinn lässt sich streiten. Fackt ist, das eine Wurmkur reines Gift für den Organismus Ihres Pferdes ist. Die chemischen Substanzen zerstören die Darmflora und bringen das ganze System des Pferdes ins Ungleichgewicht. Überlegen Sie also genau, ob Sie nicht lieber vorher eine Kotprobe einschicken lassen, um festzustellen, ob überhaupt so eine Chemiekeule notwenig ist. Es gibt auch gute pflanzliche Präparate, die eine gesunde Darmflora aufbauen und es damit den Parasiten ungemütlich machen, beispielsweise Verm Ex für Pferde.


Viele Probleme entstehen ?

Durch falsche Fütterung und Haltungsbedingungen können viele Probleme entstehen, Die Folgen können sich u.a. äußern in Allergien, chronischen Hauterkrankungen, Autoimmunerkrankungen, Hufrehe, Kolik, Kotwasser, Meteorismus (Blähungen), Magenbeschwerden, Atemwegserkrankungen, Pilzinfektionen, Probleme im Fellwechsel aber auch klemmig laufenden Pferden, langen lösungsphasen zu Beginn des Reitens, unspezifische Lahmheiten und Störungen im Bewegungsapparat bis hin zu Sommerexzem, Mauke, Strahlfäule u.a. auch Verhaltensauffälligkeiten wie Flehmen, Koppen, Empfindlichkeit von Bauch, Hufen, Knien und Widersetzlichkeiten gegen den Reiter können von Darmproblemen verursacht werden.

Der Auslöser für die Wohlstandskrankheiten unserer Tier sitzt oft im Darm. Eine gesunde Darmflora trotzt so einigen Widrigkeiten. Doch was kann der Besitzer tun, wenn die Darmflora bereits aus dem Gleichgewicht geraten ist?


Was kann der Besitzer tun wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist?

Eine Darmsanierung ist die Möglichkeit, den Darm des Pferdes wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Dieses komplexe Ökosystem reagiert sehr empfindlich auf Störungen. Zur therapeutischen Maßnahme sollte die Darmsanierung ganz genau und individuell auf das Pferd abgestimmt sein. Nicht jedes Mittel passt. Zum Einsatz kommen Mittel wie Zeolith, Heilerde, Kolloidales Silber, Kräuter, Effektive Mikroorganismen, Heilmoor, Leinsamen, Algen, Propolis, MSM, usw.

Mit einer Bioresonanzanalysez.B. lassen sich Dysbalancen und Blockaden feststellen.

Hierbei ist auch genau zu ermitteln, welches Mittel zu unserem Krankheitsbild passt.


Ist der Darm wieder gesund...

Ist es wichtig , die gesunde Ernährung auch nach der Darmsanierung beizubehalten. Sorgen sie für ausreichend gutes Heu mit wenig Fresspausen und genügend frisches Wasser. Wenn Ihr Pferd kein hart arbeitendes Turnierpferd ist, benötigt es eigentlich kein Kraftfutter. Mineralien können Sie über hochwertige Mineralien Pellets zufüttern wenn das von Nöten sein sollte. Vermeiden sie Zucker, dieser ist kein Lebensmittel für ein Pferd!

Zudem sollten Sie überdenken, ob die Wurmkur sein muss. 4mal im Jahr so rein prophylaktisch ist Schwerstarbeit für den Organismus ihres Pferdes.