Los lassen was man liebt...

Aktualisiert: 28. Juni 2020


Wenn ein geliebtes Tier stirbt, ist es für uns einer der schlimmsten Momente in unserem Leben. Unsere Haustiere begleiten uns für einen wundervollen Lebensabschnitt, an den wir uns gerne erinnern. Alleine der Gedanke, das sie uns einmal verlassen könnten, erfüllt uns mit Verzweiflung, und nur jemand ,der noch nie ein Tier an seiner Seite hatte, weiß nicht, wie sehr man es lieben kann. Ich selber habe viele Tränen vergossen, meiner Tiere wegen. Jedes einzelne von ihnen, ist tief in meinem Herzen verankert und hat seinen festen Platz.



Eine große Leere hat meine Blaustirnamazone Lora hinterlassen. Sie hat mich von Kind an begleitet. War immer für mich da. Auch in der schweren Zeit als mein Vater schon sehr krank war und früh verstarb. Der Vogel hat mich aufgefangen, wir haben viel Zeit miteinander verbracht, uns gegenseitig gekrault und uns Geschichten erzählt.

Als ich später das elterliche Haus verließ, um einen eigenen Hausstand zu gründen, war sie bei mir. Lorchen war immer für eine Überraschung gut, die ganzen Zeit auf Achse. Sobald ich im Haus war, durfte sie ihren Käfig verlassen und die ganze Wohnung unsicher machen. Und das hat sie auch getan. Noch heute besitze ich Gegenstände an denen sie sich verewigt hat.

Darüber muss ich dann immer schmunzeln wenn ich eines in Händen halte.

Lora kam zu uns 1978, im Alter von ca. 2 Jahren. Ein Wildfang, sie hat viele Löcher in unsere Finger und Klamotten gemacht die ersten Jahre. Hat uns aber auch viel Freude bereitet und uns oft zum Lachen gebracht. Es war niemals langweilig und schon gar nicht still im Haus. Lora verstarb 2013 eines natürlichen Todes ganz in Frieden.


Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an sie denke. Zu viele schöne Erinnerungen gibt es von ihr, von uns. Ich bin unendlich dankbar für die Zeit mit ihr und kein Tier kann sie jemals ersetzen.









Glücklicherweise war ich noch nie in der Situation zu entscheiden Euthanasie oder nicht.

Sie bedeutet aktive Sterbehilfe und ich bin eigentlich sehr froh, dass unsere Tiere diesen Vorteil gegenüber uns Menschen haben. Wie schwierig es jedoch ist, die Entscheidung zur Tötung zu fällen, sehen wir an den vielen Diskussionen, die zu diesem Thema bereits geführt wurden und auch noch täglich stattfinden. Der Tod kann eine Erlösung sein und wenn es keine Rettung mehr gibt und wir durch Medikamente lediglich eine Verlängerung des Leidens erreichen. Dann ist es Zeit los zulassen. Leidet ein Tier unerträglich und sind die Beschwerden nicht mehr zu behandeln, wird der mit chemischen Mitteln herbeigeführte Tod eine sichere Erlösung sein.



Oft frage ich mich, ob ich wohl den richtigen Zeitpunkt erwischen werde, sollte ich diese Entscheidung einmal treffen müssen, und mein Tier mir sagt wann es gehen möchte.

Es gibt die Möglichkeit der Sterbebegleitung durch die Tierkommunikation, aber bis dahin sollten wir jede Sekunde mit unserem Tier genießen. Es ist für uns ein Lebensabschnittsgefährte und geht früher auf die Reise als wir. Darüber sollte sich jeder beim Kauf eines Tieres bereits bewusst sein. Jedes Lebewesen hat es verdient, diese Welt in Würde zu verlassen. Wir haben immer die Wahl und sollten uns stets zum Wohle des Tieres entscheiden und es nicht im Stich lassen und schon gar nicht alleine. Sie zu lieben, bedeutet sie in sein Herz zu lassen. Ihnen ein zu Hause zu geben, bedeutet lebenslange Verantwortung.



Herzlichst Deine Claudia


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