Mein Leben mit Sunny, Haflinger Tinker Mix, 10 Jahre alt

Aktualisiert: 13. Sept 2020


Sunny wurde sehr früh von seiner Mutter weggenommen.

Schon im Alter von ca. 8 Monaten war er durch drei Hände gegangen und sollte nun das vierte und für ihn nun hoffentlich das letzte Mal den Besitzer wechseln.

Der damals noch kleine Hengst gebärdete sich aufsässig und war nicht bereit zuzuhören.

Als ich ihn das erste Mal sah war er noch sehr klein und struppig aber ich verliebte mich auf Anhieb in den kleinen Mann.



Ich wurde mir mit der Vorbesitzerin einig und so luden wir den Winzling in den Anhänger.

Zu Hause angekommen, bekam Sunny nun seine neuen Mitbewohner gezeigt.

Sein Interesse an der ihm nun zugeteilten Stutenherde (eine Deutsche Reitpony Stute und eine Friesen Mix Stute) war etwas turbulent.

Sunny hielt sich an keine Regelung und bezog regelmäßig Prügel von den Stuten, die sein rüpelhaftes Verhalten auf keinen Fall hinnehmen wollten.

Er schlief sehr viel und machte keine Anstalten am Leben der Anderen teil zu nehmen.

Wenn die Stuten meinten, Gefahr droht und liefen davon, lag Sunny ruhig auf der Weide

und wackelt oft noch nicht mal mit einem Ohr.

Ich dachte damals, das er eine richtig coole Socke ist.


Heute weiß ich, die Seelische Lage ist etwas anders.

Nach vielen Erfahrungen mit ihm und einer Menge an Gesprächen, ist mir heute bekannt, wie Sunny seine Welt sieht und warum er in manchen Situationen so reagiert.

Warum er eben so ist wie er ist .

Durch die Erfahrungen die er in jungen Jahren gemacht hat, beschloss er sich vor der Welt zu verschließen und abzuwarten bis alles zu Ende ist.

Das Erlebnis, so früh von der Geborgenheit gebenden Mutter losgerissen zu werden und das ständige hin und her Geschubse zwischen immer wieder neuen und fremden Tieren und Menschen hatten ihn des Lebenswillens beraubt.

Er hatte mit seinem kleinen Leben schon abgeschlossen.

Sunny brauchte mindestens zwei Jahre, bevor er ein einigermaßen normales Pferdeleben führte und sich mit den Anderen austauschte und arrangierte.

Bis dahin war es für uns ein sehr steiniger und manchmal auch schmerzvoller Weg.

Eine sehr traurige Erkenntnis, die mich schwer mitgenommen hat und mich auch heute noch traurig werden lässt, wenn ich ich daran zurück denke.

Für unsere gemeinsame und pferdegerechte Zukunft war Vorsicht geboten in der Form, nicht zu viel Mitleid in die Situation zu geben.

Wenn man einem Lebewesen dem es nicht gut geht, keinen Mut zuspricht, sondern es bedauert, wird es nicht aufgebaut, sondern der Kummer noch verstärkt.

Damit kann Sunny schon gar nicht umgehen.

Ich bin immer wieder dazu angehalten, ihn zu fordern und zu beschäftigen, und ein gesundes Maß an Disziplin zu behalten und ihn viel zu loben.

Das hebt die Stimmung und macht mir so sehr Freude ihm dann zuzusehen wie er über sich hinaus wächst.

Er ist so neugierig und interessiert wenn wir unterwegs sind, das die querfeldein Unternehmungen mit ihm immer wieder spannend werden.



Sunny kann sich immer nur auf eine Sache konzentrieren und das gilt es auch bei der Arbeit stets zu beachten.

Ich stufe das als eine Form von Autismus ein, die meiner Ansicht nach auch beim Tier durchaus vorkommen kann und dann oft als Widersetzlichkeit gedeutet wird.

Schnell ist er mit einer Situationen überfordert und neigt dann dazu, nicht mehr zuzuhören.

Er wird dann nervös und kaut auf dem Zügel herum.

Achte ich nicht auf ihn, schnappt er dann nach meiner Hand.

Noch ein Aspekt den ich nicht bedacht hatte als ich mich für das junge Pferd entschieden habe ist der, das er niemanden zum Spielen hatte.

Kinder brauchen auch in etwa gleichaltrige um sich auszutauschen zu können und sich miteinander zu beschäftigen.

Aber woher nehmen?


Wie der Zufall es wollte, bekamen wir Zuwachs von zwei Ponys, kurz nachdem Sunny zu uns gekommen war.

Ich bin heute und war auch damals sehr glücklich über diese Veränderung.

Schon in kurzer Zeit kam mehr Leben in die Herde und die zwei Jungs knüpften eine wilde und verspielte Beziehung.

Leider war der Pony Wallach schon älteren Semesters und dieser bekam noch zwei Jahren ein Problem mit der Hüfte und musste in eine Rentner Gruppe umziehen.


Nicht lange danach kam der Geysir,ein junger Island Wallach zu uns.

Die Beiden sind ungefähr gleich alt und heute dicke Freunde.

Sie haben sich schon viele stürmische Rangeleien und Verfolgungsjagden geleistet.

Ein wichtiger Einschnitt in Sunnys Leben und seine Entwicklung.



Als wir mit dem Reiten damals begonnen haben, war es für uns Beide ein spannendes Erlebnis.

Das Sattelpad wurde zu Beginn ohne Widerstand akzeptiert und ich durfte auch aufsitzen.

Wir sind dann immer wieder kleine Strecken durch den Wald gegangen, auf denen ich

10 min. ca geritten und dann wieder zu Fuß gegangen bin.

Alles war super die erste Zeit, bis auf einmal etwas klick gemacht hat bei ihm.

Von nun an wurde gestiegen bei jeder Gelegenheit.

Ich war erst ratlos und etwas überfordert mit der Situation, doch erkannte ich sehr schnell, das es für ihn noch zu früh war für solche Aktivitäten.

Wir entschlossen uns, diesen Part noch für ein Jahr zurückzustellen.

In dieser Zeit haben wir Zwei viel miteinander unternommen und lernten uns noch besser kennen.

Er ist auch als Handpferd mit gelaufen, doch war diese Rolle nicht unbedingt für ihn geeignet.

Aktuell reite ich ihn fast täglich ins Gelände und meine Stute läuft als Handpferd mit.

Ich verwende hier einen gebisslosen Zaum der keine Hebelfunktion auslöst und einen Fellsattel.

Mit dieser Kombination kommen wir Beide gut zurecht und es gibt keine Komplikationen körperlicher und seelischer Art durch deren Verwendung.

Doch ist es immer wieder eine Herausforderung, mit ihm Unternehmungen zu machen.

Er ist so unvergleichlich einzigartig in seinem Wesen und für mich der beste Junge der Welt.



Sunny liebt es, wenn ihm Aufmerksamkeit zuteil wird und bekommt er diese nicht wenn er es für nötig befindet, dann fordert er diese energisch ein.

Er ist sehr eifersüchtig und drängelt sich gerne frech zwischen mich und die anderen Pferde, wenn ich mich mit diesen beschäftige.

Gerne stellt er auch in Frage, wenn ich etwas von ihm verlange.

Sinn und Unsinn werden genauestens unter die Lupe genommen, und ist er der Ansicht das die erwünschte Leistung nicht sinnvoll ist, dann macht er auch gerne mal den Esel und bleibt stehen.

Einmal hatte ich auf dem Sandplatz kleine Hindernisse aufgebaut, über die er ohne viel Anstrengung hätte galoppieren können.

Er läuft bis dran und dann bleibt er einfach stehen oder hüpft drum herum.

Nichts zu machen, er sieht keinen Sinn darin und hat jetzt keine Lust.

Als ich ihn los mache beginnt er mit seinem Kumpel zu spielen und gegenseitig zu jagen.

Jetzt macht das Springen über die kleinen Hindernisse für ihn Sinn und Spass.

Ganz leichtfüßig setzt er darüber hinweg.

Mir ist immer zum Schmunzeln wenn ich an diese Situation denke.

Es ist nun an mir, unsere gemeinsamen Unternehmungen so zu gestalten, das es für ihn immer interessant bleibt, aber er nicht überfordert wird.

Wir haben im laufe der gemeinsamen Jahre beide dazu gelernt.

Ich habe durch die Tierkommunikation sehr viel über sein inneres herausgefunden und auch die Gespräche genutzt, ihn auf verschiedene Situationen vorzubereiten.

Das klappt super und erziehlt meistens den gewünschten Erfolg.


Wir haben schon ganz viel zusammen erlebt und ich bin sehr stolz auf uns , das wir gemeinsam so weit gekommen sind.

Ich freue mich auf viele gemeinsame Jahre mit ihm und bin gespannt wie wir uns weiter entwickeln.



Alles Liebe Claudia





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Cassandra

geb. 21.04.04

Sunny

geb. 06.04.10

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